Stillleben mit Perlen 2011

Regionale 11 «Eine schöne Ausstellung» Kunsthalle Palazzo

 

 

 

«Stillleben mit Perlen» von Hannah Bruckmüller

Mit dem verdunkelten Raum betritt der Betrachter ein von Iris Baumann eigens für die Regionale konzipiertes Universum: in der den Eingang bekrönenden Videoanimation finden Elemente aus den Stillleben, welche namensgebend und auch thematische Grundlage der Arbeit sind, Eingang. Die dort entlehnten Früchte bilden nicht nur den Knotenpunkt der Perlenbewegungen, sondern konstituieren auch die zweite Projektion im Hintergrund der Installation. Mit den Projektionen wird eine unaufhörliche Bewegung in den Raum gebracht, ein wellenartiges Aufbäumen, gefolgt von absoluter Ruhe. In einem nicht enden wollenden Loop folgt auf jedes Hoch ein Tief, auf jedes Maximum ein Minimum. Auf der Suche nach der perfekten Situation spürt man förmlich ihren prüfenden Blick der Künstlerin, wenn sie schließlich eingreift und die weißen Früchte nach ihrem Gutdünken platziert. Davor, im Raum, ein halb leeres Glas aus dem gerade noch jemand getrunken hat, daneben ein gläserner Krug, dessen Schatten in allen Farben spielt. Doch etwas ist verrutscht, die Perspektive ist verzerrt. Als hätte der Wind hineingeblasen lässt die Schräge der Wand die Szenerie in den Betrachterraum hineinwachsen und verleiht der Situation eine manieristisch anmutende Skurrilität. Nichtsdestotrotz führt Iris Baumann mit ihrer ganz persönlichen Version eines Stilllebens hier auf beeindruckende Art und Weise vor allem die Faszination ästhetisch ansprechender Schönheit vor Augen.